Kracht Picnics

3 ECHOES

Location: Eisenhüttenstadt, Brandenburg, Germany

Mixed Signals
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Audio recordings from different fields or created through inspiring encounters. Most walks on here are thought of location-based streams and sonic athmos without clear walking instructions or maps. // More information in www.dinaboswank.de or www.mixedsignals.works //

Blauer Himmel über Hütte – (New) Kracht Picnics - Picknicks auf dem Platz der Jugend, Soundspuren und Zeichnungen mit Fotos

Dina Boswank, 2023 // entstanden - entstehend im Rahmen von „Auf den Platz fertig los!“, ein Projekt der Kulturland Brandenburg GmbH und des Freundeskreis des Museum Utopie und Alltag e.V., Eisenhüttenstadt // gemeinschaftlich konzipiert mit Miodrag Kuc; und finanziert durch das ZK/U Berlin, Kunstrepublik e.V.

Im Sommer 2023 saßen wir, eine Gruppe aus Künstlern, befreundeten Nachbarn, Geflüchtete aus der Erstaufnahmeeinrichtung der Stadt, Fotografen, Kinder, Kunstpädagogen und zufällige Passanten vor einem Wandbild am Platz der Jugend und zeichneten. Genau gesehen, tauschten wir uns aus über die Figuren und Farben des Kunstwerkes an der Wand einer ehemaligen Schule, überzeichneten abstrahierte Linien auf A4-Kopien und fragmentierten. Was erinnert an alte Symboliken und wie nenne wir diese? Welche Zeichen kennen wir von „zu Hause“? Wie erkläre ich den Anderen Prozesse der Repräsentation und Kunstfreiheit, die ich zu erkennen meine?

In English I did call it „New Kracht Picnics“. Auf Deutsch einfach Picnic. Ein Picknick also, mit Pictures, mit Decken, Keksen, Musik und Tonaufnahmen. With many, many questions towards... – also in Auseinander-setzung mit einem Kunstwerk von Friedrich Kracht mit dem Titel „Die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft“, das im Jahre 1965 an der Wand der damaligen Juri-Gagarin-Schule (am Platz der Jugend) angebracht und aus öffentlichen Mitteln finanziert wurde. Konzept und Idee war es ein gemeinsames Nachsinnen zu initiieren, mit persönlichen Fragen zum Nachhall und Feedback zu konkreten Symbolen (Raketen, Tauben, Hammern, Peitschen, Urtypen) und gestalterischen Prozessen (Keramikfliesen, Rakubrand) der öffentlichen Kunst. Neu ist es, weil es ein verlassener Ort ist, ein Ort mit schulischer und politischer Einschreibung, der in Vergessenheit geraten ist. Auch deshalb, weil Kunst sonst kein Thema ist, das offen ist, wurde ich gefragt. Vor allem für Schüler von heute und damals?

„'Were above all not signs, that stood for something else?' This semiotic purism is in no way inferior to Donald Judd's 'A shape, a color, a surface is something in itself.'“

Die Zitate stammen aus einem Text von Olaf Nicolai im Katalog „System in der Kunst“ über die Arbeiten von Karl-Heinz Adler, bekannt als Vertreter der „konkreten Kunst“, die in der DDR abgelehnt wurde. Der Katalog erschien begleitend zur Einzelausstellung Adlers im Albertinum, Dresden, 2017 (Hrsgb. Von Karl-Heinz Adler, Hilke Wagner, Gergely Pröhle, Dr. Enikő Róka, Gerd Harry Lybke, Spector Books Leipzig 2021).

Friedrich Kracht und Karl-Heinz Adler waren befreundete Künstler und Kollegen in der in der DDR einzigartigen Produktionsgenossenschaft Bildender Künstler „Kunst am Bau“, welche ab 1958 in Dresden eingetragen und ansässig war. Sie war in ihrer Arbeit vor allem ein Experimentierfeld für baugebundene Formsteinsysteme, die sich an der „konkreten Kunst“ orientierten, innerhalb und mithilfe der Genossenschaft aber das Problem der subjektiven Autorenschaft umgingen, die nicht zuletzt eine prägnante Frage jeder Form politischer Kunst in den Raum stellt.

Dank an - Miodrag Kuc (ZK/U Berlin), Martin Maleschka (Projektleitung „Auf den Platz fertig los!“), Museum Utopie und Alltag (plus Freundeskreis e.V. und Kulturland Brandenburg), Björn Wojtschewski (DRK Brandenburg, Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt), Mischa und Anna mit Gästen und Geflüchteten (Kreativgruppe, Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt), Pia Torwirth (Projektassitenz „Auf den Platz fertig los!“), Theatergruppe TheEi e.V., Markus Tauber, alle Zeichnenden...

Ausschnitte aus Audioaufnahmen der Picnics im Sommer 2023

Kracht Picnic I – How long do you listen to a rocket? – 17:49 min, Loop

Kracht Picnic II – Could you write this for me? - 14:50 min, Loop

Kracht Picnic III – How come this is a pattern, or else? - 7:23 min, Loop

hörbar vor Ort, am Platz der Jugend, über ECHOES (kostenlose App für Hörtouren, herunterladbar mit Android/iOS)

Zeichnungen

Alle Zeichnungen und Malereien, Erzählungen und Anmerkungen entstanden auf Kopien von Fotos der einzelnen Themenfelder des Kunstwerks. Jede Figur und jedes Objekt wird in seinem spezifischen Zusammenhang einzeln, also jeweils an A4 angepaßt, auf einem weißen Blatt gezeigt und wurde beliebig oft und frei verändert. Einige Namen wurden auf die Blätter geschrieben, einige Namen absichtlich weggelassen. Innerhalb des Projektes entschied ich, die Autorenschaft der Zeichnungen als „anonym“ offen zu lassen.

Fotografien

von Martin Maleschka, Markus Tauber, Dina Boswank

Kracht Picnics I - How long do you listen to a rocket?

Blauer Himmel über Hütte – (New) Kracht Picnics

Picknicks auf dem Platz der Jugend, Soundspuren und Zeichnungen mit Fotos

Dina Boswank, 2023 // entstanden - entstehend im Rahmen von „Auf den Platz fertig los!“, ein Projekt der Kulturland Brandenburg GmbH und des Freundeskreis des Museum Utopie und Alltag e.V., Eisenhüttenstadt // gemeinschaftlich konzipiert mit Miodrag Kuc; und finanziert durch das ZK/U Berlin, Kunstrepublik e.V.

Im Sommer 2023 saßen wir, eine Gruppe aus Künstlern, befreundeten Nachbarn, Geflüchtete aus der Erstaufnahmeeinrichtung der Stadt, Fotografen, Kinder, Kunstpädagogen und zufällige Passanten vor einem Wandbild am Platz der Jugend und zeichneten. Genau gesehen, tauschten wir uns aus über die Figuren und Farben des Kunstwerkes an der Wand einer ehemaligen Schule, überzeichneten abstrahierte Linien auf A4-Kopien und fragmentierten. Was erinnert an alte Symboliken und wie nenne wir diese? Welche Zeichen kennen wir von „zu Hause“? Wie erkläre ich den Anderen Prozesse der Repräsentation und Kunstfreiheit, die ich zu erkennen meine?

In English I did call it „New Kracht Picnics“. Auf Deutsch einfach Picnic. Ein Picknick also, mit Pictures, mit Decken, Keksen, Musik und Tonaufnahmen. With many, many questions towards... – also in Auseinander-setzung mit einem Kunstwerk von Friedrich Kracht mit dem Titel „Die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft“, das im Jahre 1965 an der Wand der damaligen Juri-Gagarin-Schule (am Platz der Jugend) angebracht und aus öffentlichen Mitteln finanziert wurde. Konzept und Idee war es ein gemeinsames Nachsinnen zu initiieren, mit persönlichen Fragen zum Nachhall und Feedback zu konkreten Symbolen (Raketen, Tauben, Hammern, Peitschen, Urtypen) und gestalterischen Prozessen (Keramikfliesen, Rakubrand) der öffentlichen Kunst. Neu ist es, weil es ein verlassener Ort ist, ein Ort mit schulischer und politischer Einschreibung, der in Vergessenheit geraten ist. Auch deshalb, weil Kunst sonst kein Thema ist, das offen ist, wurde ich gefragt. Vor allem für Schüler von heute und damals?

„'Were above all not signs, that stood for something else?' This semiotic purism is in no way inferior to Donald Judd's 'A shape, a color, a surface is something in itself.'“

Die Zitate stammen aus einem Text von Olaf Nicolai im Katalog „System in der Kunst“ über die Arbeiten von Karl-Heinz Adler, bekannt als Vertreter der „konkreten Kunst“, die in der DDR abgelehnt wurde. Der Katalog erschien begleitend zur Einzelausstellung Adlers im Albertinum, Dresden, 2017 (Hrsgb. Von Karl-Heinz Adler, Hilke Wagner, Gergely Pröhle, Dr. Enikő Róka, Gerd Harry Lybke, Spector Books Leipzig 2021).

Friedrich Kracht und Karl-Heinz Adler waren befreundete Künstler und Kollegen in der in der DDR einzigartigen Produktionsgenossenschaft Bildender Künstler „Kunst am Bau“, welche ab 1958 in Dresden eingetragen und ansässig war. Sie war in ihrer Arbeit vor allem ein Experimentierfeld für baugebundene Formsteinsysteme, die sich an der „konkreten Kunst“ orientierten, innerhalb und mithilfe der Genossenschaft aber das Problem der subjektiven Autorenschaft umgingen, die nicht zuletzt eine prägnante Frage jeder Form politischer Kunst in den Raum stellt.

Dank an

Miodrag Kuc (ZK/U Berlin), Martin Maleschka (Projektleitung „Auf den Platz fertig los!“), Museum Utopie und Alltag (plus Freundeskreis e.V. und Kulturland Brandenburg e.V.), Björn Wojtscheski (DRK Brankdenburg, Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt), Mischa und Anna mit Gästen und Geflüchteten (Kreativgruppe, Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt), Pia Torwirth (Projektassitenz „Auf den Platz fertig los!“), Theatergruppe TheEi e.V., Markus Tauber, alle Zeichnenden!

Hörstücke

Tonbjekt

Objekt (Beton, Holz, Draht, Schrauben), Playtron (Midi Controller vo Playtronica), Smartphone mit midi-gesteuerter App (Koala Sampler), Ausschnitte aus Audioaufnahmen der Picnics im Sommer 2023

Kracht Picnic I – How long do you listen to a rocket? – 17:49 min, Loop

Kracht Picnic II – Could you write this for me? - 14:50 min, Loop

Kracht Picnic III – How come this is a pattern, or else? - 7:23 min, Loop

hörbar vor Ort, am Platz der Jugend, über ECHOES (kostenlose App für Hörtouren, herunterladbar mit Android/iOS)

Zeichnungen

Alle Zeichnungen und Malereien, Erzählungen und Anmerkungen entstanden auf Kopien von Fotos der einzelnen Themenfelder des Kunstwerks. Jede Figur und jedes Objekt wird in seinem spezifischen Zusammenhang einzeln, also jeweils an A4 angepaßt, auf einem weißen Blatt gezeigt und wurde beliebig oft und frei verändert. Einige Namen wurden auf die Blätter geschrieben, einige Namen absichtlich weggelassen. Innerhalb des Projektes entschied ich mich, die Autorenschaft als „anonym“ zu belassen.

Fotografien

von Martin Maleschka, Markus Tauber, Dina Boswank

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Kracht Picnics II - Could you write this for me?

Blauer Himmel über Hütte – (New) Kracht Picnics

Picknicks auf dem Platz der Jugend, Soundspuren und Zeichnungen mit Fotos

Dina Boswank, 2023 // entstanden - entstehend im Rahmen von „Auf den Platz fertig los!“, ein Projekt der Kulturland Brandenburg GmbH und des Freundeskreis des Museum Utopie und Alltag e.V., Eisenhüttenstadt // gemeinschaftlich konzipiert mit Miodrag Kuc; und finanziert durch das ZK/U Berlin, Kunstrepublik e.V.

Im Sommer 2023 saßen wir, eine Gruppe aus Künstlern, befreundeten Nachbarn, Geflüchtete aus der Erstaufnahmeeinrichtung der Stadt, Fotografen, Kinder, Kunstpädagogen und zufällige Passanten vor einem Wandbild am Platz der Jugend und zeichneten. Genau gesehen, tauschten wir uns aus über die Figuren und Farben des Kunstwerkes an der Wand einer ehemaligen Schule, überzeichneten abstrahierte Linien auf A4-Kopien und fragmentierten. Was erinnert an alte Symboliken und wie nenne wir diese? Welche Zeichen kennen wir von „zu Hause“? Wie erkläre ich den Anderen Prozesse der Repräsentation und Kunstfreiheit, die ich zu erkennen meine?

In English I did call it „New Kracht Picnics“. Auf Deutsch einfach Picnic. Ein Picknick also, mit Pictures, mit Decken, Keksen, Musik und Tonaufnahmen. With many, many questions towards... – also in Auseinander-setzung mit einem Kunstwerk von Friedrich Kracht mit dem Titel „Die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft“, das im Jahre 1965 an der Wand der damaligen Juri-Gagarin-Schule (am Platz der Jugend) angebracht und aus öffentlichen Mitteln finanziert wurde. Konzept und Idee war es ein gemeinsames Nachsinnen zu initiieren, mit persönlichen Fragen zum Nachhall und Feedback zu konkreten Symbolen (Raketen, Tauben, Hammern, Peitschen, Urtypen) und gestalterischen Prozessen (Keramikfliesen, Rakubrand) der öffentlichen Kunst. Neu ist es, weil es ein verlassener Ort ist, ein Ort mit schulischer und politischer Einschreibung, der in Vergessenheit geraten ist. Auch deshalb, weil Kunst sonst kein Thema ist, das offen ist, wurde ich gefragt. Vor allem für Schüler von heute und damals?

„'Were above all not signs, that stood for something else?' This semiotic purism is in no way inferior to Donald Judd's 'A shape, a color, a surface is something in itself.'“

Die Zitate stammen aus einem Text von Olaf Nicolai im Katalog „System in der Kunst“ über die Arbeiten von Karl-Heinz Adler, bekannt als Vertreter der „konkreten Kunst“, die in der DDR abgelehnt wurde. Der Katalog erschien begleitend zur Einzelausstellung Adlers im Albertinum, Dresden, 2017 (Hrsgb. Von Karl-Heinz Adler, Hilke Wagner, Gergely Pröhle, Dr. Enikő Róka, Gerd Harry Lybke, Spector Books Leipzig 2021).

Friedrich Kracht und Karl-Heinz Adler waren befreundete Künstler und Kollegen in der in der DDR einzigartigen Produktionsgenossenschaft Bildender Künstler „Kunst am Bau“, welche ab 1958 in Dresden eingetragen und ansässig war. Sie war in ihrer Arbeit vor allem ein Experimentierfeld für baugebundene Formsteinsysteme, die sich an der „konkreten Kunst“ orientierten, innerhalb und mithilfe der Genossenschaft aber das Problem der subjektiven Autorenschaft umgingen, die nicht zuletzt eine prägnante Frage jeder Form politischer Kunst in den Raum stellt.

Dank an

Miodrag Kuc (ZK/U Berlin), Martin Maleschka (Projektleitung „Auf den Platz fertig los!“), Museum Utopie und Alltag (plus Freundeskreis e.V. und Kulturland Brandenburg e.V.), Björn Wojtscheski (DRK Brankdenburg, Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt), Mischa und Anna mit Gästen und Geflüchteten (Kreativgruppe, Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt), Pia Torwirth (Projektassitenz „Auf den Platz fertig los!“), Theatergruppe TheEi e.V., Markus Tauber, alle Zeichnenden!

Hörstücke

Tonbjekt

Objekt (Beton, Holz, Draht, Schrauben), Playtron (Midi Controller vo Playtronica), Smartphone mit midi-gesteuerter App (Koala Sampler), Ausschnitte aus Audioaufnahmen der Picnics im Sommer 2023

Kracht Picnic I – How long do you listen to a rocket? – 17:49 min, Loop

Kracht Picnic II – Could you write this for me? - 14:50 min, Loop

Kracht Picnic III – How come this is a pattern, or else? - 7:23 min, Loop

hörbar vor Ort, am Platz der Jugend, über ECHOES (kostenlose App für Hörtouren, herunterladbar mit Android/iOS)

Zeichnungen

Alle Zeichnungen und Malereien, Erzählungen und Anmerkungen entstanden auf Kopien von Fotos der einzelnen Themenfelder des Kunstwerks. Jede Figur und jedes Objekt wird in seinem spezifischen Zusammenhang einzeln, also jeweils an A4 angepaßt, auf einem weißen Blatt gezeigt und wurde beliebig oft und frei verändert. Einige Namen wurden auf die Blätter geschrieben, einige Namen absichtlich weggelassen. Innerhalb des Projektes entschied ich mich, die Autorenschaft als „anonym“ zu belassen.

Fotografien

von Martin Maleschka, Markus Tauber, Dina Boswank

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Kracht Picnics III - How come this is a pattern, or else?

Blauer Himmel über Hütte – (New) Kracht Picnics

Picknicks auf dem Platz der Jugend, Soundspuren und Zeichnungen mit Fotos

Dina Boswank, 2023 // entstanden - entstehend im Rahmen von „Auf den Platz fertig los!“, ein Projekt der Kulturland Brandenburg GmbH und des Freundeskreis des Museum Utopie und Alltag e.V., Eisenhüttenstadt // gemeinschaftlich konzipiert mit Miodrag Kuc; und finanziert durch das ZK/U Berlin, Kunstrepublik e.V.

Im Sommer 2023 saßen wir, eine Gruppe aus Künstlern, befreundeten Nachbarn, Geflüchtete aus der Erstaufnahmeeinrichtung der Stadt, Fotografen, Kinder, Kunstpädagogen und zufällige Passanten vor einem Wandbild am Platz der Jugend und zeichneten. Genau gesehen, tauschten wir uns aus über die Figuren und Farben des Kunstwerkes an der Wand einer ehemaligen Schule, überzeichneten abstrahierte Linien auf A4-Kopien und fragmentierten. Was erinnert an alte Symboliken und wie nenne wir diese? Welche Zeichen kennen wir von „zu Hause“? Wie erkläre ich den Anderen Prozesse der Repräsentation und Kunstfreiheit, die ich zu erkennen meine?

In English I did call it „New Kracht Picnics“. Auf Deutsch einfach Picnic. Ein Picknick also, mit Pictures, mit Decken, Keksen, Musik und Tonaufnahmen. With many, many questions towards... – also in Auseinander-setzung mit einem Kunstwerk von Friedrich Kracht mit dem Titel „Die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft“, das im Jahre 1965 an der Wand der damaligen Juri-Gagarin-Schule (am Platz der Jugend) angebracht und aus öffentlichen Mitteln finanziert wurde. Konzept und Idee war es ein gemeinsames Nachsinnen zu initiieren, mit persönlichen Fragen zum Nachhall und Feedback zu konkreten Symbolen (Raketen, Tauben, Hammern, Peitschen, Urtypen) und gestalterischen Prozessen (Keramikfliesen, Rakubrand) der öffentlichen Kunst. Neu ist es, weil es ein verlassener Ort ist, ein Ort mit schulischer und politischer Einschreibung, der in Vergessenheit geraten ist. Auch deshalb, weil Kunst sonst kein Thema ist, das offen ist, wurde ich gefragt. Vor allem für Schüler von heute und damals?

„'Were above all not signs, that stood for something else?' This semiotic purism is in no way inferior to Donald Judd's 'A shape, a color, a surface is something in itself.'“

Die Zitate stammen aus einem Text von Olaf Nicolai im Katalog „System in der Kunst“ über die Arbeiten von Karl-Heinz Adler, bekannt als Vertreter der „konkreten Kunst“, die in der DDR abgelehnt wurde. Der Katalog erschien begleitend zur Einzelausstellung Adlers im Albertinum, Dresden, 2017 (Hrsgb. Von Karl-Heinz Adler, Hilke Wagner, Gergely Pröhle, Dr. Enikő Róka, Gerd Harry Lybke, Spector Books Leipzig 2021).

Friedrich Kracht und Karl-Heinz Adler waren befreundete Künstler und Kollegen in der in der DDR einzigartigen Produktionsgenossenschaft Bildender Künstler „Kunst am Bau“, welche ab 1958 in Dresden eingetragen und ansässig war. Sie war in ihrer Arbeit vor allem ein Experimentierfeld für baugebundene Formsteinsysteme, die sich an der „konkreten Kunst“ orientierten, innerhalb und mithilfe der Genossenschaft aber das Problem der subjektiven Autorenschaft umgingen, die nicht zuletzt eine prägnante Frage jeder Form politischer Kunst in den Raum stellt.

Dank an

Miodrag Kuc (ZK/U Berlin), Martin Maleschka (Projektleitung „Auf den Platz fertig los!“), Museum Utopie und Alltag (plus Freundeskreis e.V. und Kulturland Brandenburg e.V.), Björn Wojtscheski (DRK Brankdenburg, Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt), Mischa und Anna mit Gästen und Geflüchteten (Kreativgruppe, Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt), Pia Torwirth (Projektassitenz „Auf den Platz fertig los!“), Theatergruppe TheEi e.V., Markus Tauber, alle Zeichnenden!

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Tonbjekt

Objekt (Beton, Holz, Draht, Schrauben), Playtron (Midi Controller vo Playtronica), Smartphone mit midi-gesteuerter App (Koala Sampler), Ausschnitte aus Audioaufnahmen der Picnics im Sommer 2023

Kracht Picnic I – How long do you listen to a rocket? – 17:49 min, Loop

Kracht Picnic II – Could you write this for me? - 14:50 min, Loop

Kracht Picnic III – How come this is a pattern, or else? - 7:23 min, Loop

hörbar vor Ort, am Platz der Jugend, über ECHOES (kostenlose App für Hörtouren, herunterladbar mit Android/iOS)

Zeichnungen

Alle Zeichnungen und Malereien, Erzählungen und Anmerkungen entstanden auf Kopien von Fotos der einzelnen Themenfelder des Kunstwerks. Jede Figur und jedes Objekt wird in seinem spezifischen Zusammenhang einzeln, also jeweils an A4 angepaßt, auf einem weißen Blatt gezeigt und wurde beliebig oft und frei verändert. Einige Namen wurden auf die Blätter geschrieben, einige Namen absichtlich weggelassen. Innerhalb des Projektes entschied ich mich, die Autorenschaft als „anonym“ zu belassen.

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