The Addict

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Suche die Nacht, heißt es. Bestäube und vermehre dich. Finde eine Blume. Trinke den Nektar. Finde einen Partnerin. Reproduzier dich. Tag ein, Tag aus. 

Habe ich mich für all dies verwandelt? Um ein paar banale Aufgaben zu erfüllen. Wo bleibt der Spaß?

Wir haben etwas verloren. Warum in aller Welt sollte ich das wählen? Wenn ich das haben könnte?

DIES.

Bedaure mich nicht. Ich bin nicht durch den Willen eines himmlischen Wesens hier, welches ich nicht sehen kann. Ich habe es mir ausgesucht. Ich wollte es.

Du würdest es verstehen, wenn du dich öffnen würdest. Wenn du es wirklich sehen würdest.

Da ist dieser uralte Instinkt in mir, der sich entfacht, wenn ich hier bin. Ich bin für alles andere blind und lebe dafür. Es gibt keine Verwirrung, kein Verirren. Ich komme hierher und tanze diesen Tanz, und ich nehme alles in mich auf. Ich erblühe in dem Chaos, das da herrscht.

Als ich es zum ersten Mal sehe, rast mein Herz. Ein kribbelndes Gefühl durchströmt meinen Körper, erweckt jeden Teil von mir. Ich spüre alles.

Ich verliere mich in der Jagd. Der Wiederholung. Ich weiß genau, wann mein Herz schneller und wann es langsamer schlagen wird. Es gibt einen Rhythmus hier. Und ich begreife ihn.

Es ist euphorisch. Als würde ich das Elixier des Himmels trinken.

Ich sause rein und raus und um die anderen herum, als gehörte ich hierher. Andere rasen ineinander, können mit dem Chaos nicht umgehen. Ich aber kann es.

Es ist leicht, hier zu sein. Jeden Tag leide ich unter dessen Abwesenheit. Ich warte auf diese Zeit, in der ich hier sein kann. Es raubt mir den Verstand. Nichts anderes ist vergleichbar.

Vielleicht hast du Recht. Vielleicht kontrolliert es mich in der Tat. Doch ich will es nicht bekämpfen. Ich begrüße das Verlangen!

Siehst du, du verstehst es nicht aus Angst. Ich jedoch spüre keine Angst.

Dieser Ort... zieht mich an. Zieht andere wie mich an. Verlorene Seelen. Abgelehnte! Liebende des Chaos! Sind wir wahrlich ahnungslos? Oder haben wir uns zu einem höheren Denken hin entwickelt. Imstande, die eintönigen Bewegungen des Alltags zu ignorieren. Den gesellschaftlichen Druck und die Erwartungen ablehnend. Die Regeln, die besagen: “Du musst dies tun.” “Du musst so sein.”

Wir sind jenseits davon Unerreichbar. Ob wir nun fortgejagt wurden oder freiwillig fortgingen, hier sind wir.

Ich stamme aus einer langen Linie von Eroberern, die auf der Suche nach etwas Neuem die Nacht durchqueren. Dieses Licht. Und tief im Innern weiß ich, dass ich seine Brillanz bezwingen werde.

Ich kann den Glanz beherrschen, der mich befällt.

Hältst du mich für dumm?

Ich wurde geboren, zu hinterfragen. Um weiter zu gehen als alle anderen vor mir. Ins Unbekannte zu reisen.

Ich will sehen, was sich hinter dem Schleier der Schönheit verbirgt. Ich weiß, dass das, was ich jetzt sehe, nicht alles sein kann, was es gibt. Das Versprechen auf mehr zwingt mich ständig vorwärts. Näher an die Wirklichkeit heran.

Hörst du die Warnungen der anderen? Pfff, die verstehen das nicht. Diejenigen, die hier im Chaos gefangen sind, die uns anflehen zu gehen. Sie sind zu geistesschwach, um es zu verstehen. Selbst du, da stehend, könntest nie begreifen, was es ist. Dieser... Sog.

Und ich will mehr!

Hältst du mich für rücksichtslos?

Ich würde mich dafür opfern. Wenn das Morgengrauen anbricht, raubt es mir den Frieden. Löst sich in einer ängstlichen Grube in mir auf. Und mich überkommt ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Bis ich zurückkehren und alles noch einmal machen kann.

Es ist nie genug.

Aber das liegt daran, dass ich nur an der Oberfläche bin. Ich bin noch nicht in dessen Tiefe vorgedrungen. Ich habe meinen Weg hinein noch nicht gefunden.

Ich weiß, dass ich noch weiter gehen muss.

Ich muss die Antworten finden.


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