Die Graue Laus

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"Die Graue Laus". Der Wohnbau am Wassertorplatz von Werner Düttmann: Einmal der Länge nach erkundet diese akustische Gebäudeansicht die aktuelle Lebenswelt und die turbulente Entstehungsgeschichte des imposanten sozialen Wohnungsbaus in Kreuzberg. Wir hören von Protesten gegen die Kahlschlagsanierung und lernen eine zufriedene Mieterin kennen, die das Haus aber eigentlich hässlich findet. Mit Interviewbeiträgen der Bewohnerin Nicole Martzsch und Zitaten von Werner Düttmann.

Bild: Wassertorplatz, FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum, Inv.-Nr. 2016/1574, Foto: S.T.E.R.N. GmbH


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Düttmann und Stadt als Individuum

Düttmann und Stadt als Individuum

Werner Düttman in Kreuzberg: Drei Jahre vor dem Mauerbau lässt der West-Berliner Senat im Rahmen des Ideenwettbewerbes „Hauptstadt Berlin“ übergreifende Planungen für die gesamte Innenstadt erstellen – inklusive eines Stadtautobahnnetzes. Im Rahmen dessen gab es die ersten Ideen für den Wiederaufbau der Südlichen Friedrichstadt, die nach dem zweiten Weltkrieg als „total zerstört“ eingestuft war. In den Jahren, in denen Werner Düttmann Senatsbaudirekor von West-Berlin war (1960–1966), wurden jedes Jahr zwei Milliarden Mark für staatlich finanzierte Bauarbeiten ausgegeben. Dabei kam rund die Hälfte dieser Summe dem Wohnungsbau zugute und erlaubte den Neubau von jährlich rund 20.000 neuen Wohneinheiten. Unterdessen wurden umfangreicher Flächensanierungen in innenstädtischen Wohnquartieren eingeleitet, wie beispielsweise zwischen der Südlichen Friedrichstadt und dem Kottbusser Tor. 1968 hat Werner Düttmann den ursprünglich von Hans Scharoun entwickelten städtebaulichen Entwurf einer neuen Stadtlandschaft am Mehringplatz fortgeführt. Die entstandenen Neubaukörper orientierten sich entlang der dort geplanten Stadtautobahn, die Bürger\*innenprotesten zufolge aber nie gebaut wurde. Unter Düttmanns Leitung entstanden dichte, urbane Quartiere des sozialen Wohnungsbaus, die zwei Jahrzehnte später in den Fokus der Stadterneuerungsdebatte der Internationalen Bauausstellung ´87 (IBA) geraten werden und heute als soziale Brennpunkte gelten. Ein akustisch begleiteter Stadtspaziergang von POLIGONAL Büro für Stadtvermittlung, entstanden im Rahmen der Ausstellung Werner Düttmann Berlin.Bau.Werk des Brücke Museums. www.wernerduettmann.de www.poligonal.de Bild: Hochhäuser an der Lindenstraße, Foto: Ingeborg Lommatzsch
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