Hermann Keller: »Die Öffnung der Berliner Mauer aus der Sicht des Jahres 2089« (2009) [Soundspot]

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[DE] Auch wenn die Reste der Berliner Mauer, wie sie z.B. noch an der Bernauer Straße zu sehen sind, inzwischen einer der großen Touristenmagnete Berlins sind, ist das Ereignis der Maueröffnung im Jahr 1989 in der Musik ein bisher wenig behandelter Topos. Anlässlich des 20. Jahrestages des ‚Mauerfalls‘ im Jahr 2009 schrieb Hermann Keller seine Reflexion über dieses Ereignis im Stile einer musikalischen Farce, die die »Öffnung der Berliner Mauer aus der Sicht des Jahres 2089« beschreibt. Sein kurzer Kommentar zu diesem Stück lautet: »Ebenso wenig wie die Mauer 1961 ‚gewachsen‘ ist, ist sie 1989 ‚gefallen‘. Das absurde dieses allgemeinen Sprachgebrauchs versuche ich mit meinem Text noch zu übertreffen.«

Hermann Keller: »Die Öffnung der Berliner Mauer aus der Sicht des Jahres 2089» (2009) | für Blechbläserquintett, Schlagzeug, Sprecher*in

Hermann Keller wurde 1945 in Zeitz, Sachsen-Anhalt, geboren. Im Alter von 6 Jahren erhielt er den ersten Klavierunterricht und begann mit 14 Jahren zu komponieren. Von 1963 bis 1968 studierte er an der Franz-Liszt-Hochschule Weimar Komposition bei Johann Cilenšek und Klavier bei Ingeborg Herkomer. Eine Aspirantur und Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin schlossen sich an. Ab 1971 arbeitete er regelmäßig mit Jazzmusiker*innen zusammen. Sein Berliner Improvisations-Quartett bzw. -Trio erreichte internationale Bekanntheit. Es entstanden zahlreiche Improvisationsmodelle und Kompositionen mit Improvisationsanteilen.

Ab 1981 war Hermann Keller freischaffend als Komponist, Pianist und Improvisationsmusiker tätig. Er unterrichtete Musiktheorie und Improvisation an der Freien Musikschule Musikhaus e. V. in Berlin, die er 1990 mitbegründete. Seine Kompositionen wurden u. a. im Gewandhaus zu Leipzig, im Künstlerhaus Boswil, bei der Musikbiennale Berlin, den Berliner Festwochen, der Klangwerkstatt Mannheim, dem MDR Musiksommer, dem Ultraschall-Festival Berlin, den Rheinsberger Musiktagen und dem Forum neuer Musik des Deutschlandfunks aufgeführt. Zu den Interpret*innen seiner Werke zählen das Sinfonieorchester Jena, die Hallische Philharmonie, das Ensemble Modern, das Kammerensemble Neue Musik Berlin, das ensemble mosaik, das modern art sextet, Ensemble United Berlin und das Ensemble Chronophonie sowie Heinz Holliger, Steffen Schleiermacher, Ingo Metzmacher und Vinko Globokar. Zahlreiche seiner Kammermusik- und Orchesterkompositionen sind auf CD erschienen. Hermann Keller starb 2018 in Berlin. Sein Gesamtwerk ist bei der Edition Juliane Klein, Berlin, verlegt.   *

[EN]

Even though the remains of the Berlin Wall, such as those still visible on Bernauer Strasse, are now one of Berlin's great tourist magnets, the event of the opening of the Wall in 1989 is a topos in music that has received little treatment to date. On the occasion of the 20th anniversary of the ""fall of the Berlin Wall"" in 2009, Hermann Keller wrote his reflection on this event in the style of a musical farce, describing »Die Öffnung der Berliner Mauer aus der Sicht des Jahres 2089« (the opening of the Berlin Wall from the perspective of the year 2089). His brief commentary on this piece is: Just as the Wall did not 'grow' in 1961, it did not 'fall' in 1989. I try to surpass the absurdity of this general use of language with my text.

Hermann Keller: Die Öffnung der Berliner Mauer aus der Sicht des Jahres 2089 (2009) | for brass quintet, percussion, speaker

Hermann Keller was born in Zeitz (Saxony-Anhalt, Germany) in 1945. He took piano lessons from the age of six and started composing at the age of 14. From 1963 to 1968, he attended the Franz-Liszt-Hochschule Weimar, where he studied composition with Johann Cilenšek and piano with Ingeborg Herkomer. This was followed by an assistantship and a teaching position at the Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin.

From 1971, he played regularly with jazz musicians, drawing international acclaim with his Berlin Improvisation Quartet (or Trio). Many of his improvisation patterns and works with improvisation date from this period. From 1981, Hermann Keller worked as a freelance composer, pianist and improvisation musician. He taught music theory and improvisation at the Freie Musikschule Musikhaus e.V. in Berlin, which he co-founded in 1990.

His compositions have been performed at Gewandhaus zu Leipzig, Künstlerhaus Boswil, Musikbiennale Berlin, Berliner Festwochen, Klangwerkstatt Mannheim, MDR Musiksommer, Ultraschall-Festival Berlin, Rheinsberger Musiktage and Forum neuer Musik des Deutschlandfunks. Interpreters of his works include the Sinfonieorchester Jena, Hallische Philharmonie, Ensemble Modern, Kammerensemble Neue Musik Berlin, ensemble mosaik, modern art sextet, Ensemble United Berlin and Ensemble Chronophonie as well as Heinz Holliger, Steffen Schleiermacher, Ingo Metzmacher and Vinko Globokar. Hermann Keller died in Berlin in 2018. His complete works are published by Edition Juliane Klein, Berlin.


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Sound Walk Berlin | field notes

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Hier geht es zum Download der DRIFTER App mit dem Sound Walk Berlin: (https://www.poligonal.de/drifter/ev296v9bdwJd85h7/) \[DE] Was macht die Stadt mit der Musik und umgekehrt die Musik mit ihr? Mit dem Sound Walk Berlin möchte die inm / field notes die Debatte über die soziale und politische Bedeutung der Musik im urbanen Raum und ihre Repräsentanz in der Stadt vertiefen, wobei auch der Klang der Stadt selbst in den Blick genommen wird. Mit dem Sound Walk Berlin erobert die zeitgenössische Musikszene den Stadtraum und macht die Straßen Berlins zur Bühne. Künstlerinnen, Ensembles und Bühnen der zeitgenössischen Musik haben für den Sound Walk diverse Orte in Berlin klanglich erweitert oder neu definiert. Die Sound- und Musikbeiträge interagieren mit den urbanen Klängen des Ortes aus Verkehr, Stimmen, Spielplätzen, U-Bahn und Baustellen und kommentieren dessen architektonische Beschaffenheit, Geschichte und Umgebung. Der Sound Walk Berlin lädt Bewohnerinnen und Besucherinnen dazu ein, die Stadt aus Perspektive der Künstlerinnen zu erfahren. Die persönlichen Hörerlebnisse sensibilisieren für den individuellen Klang unserer Wohn- und Lebensräume, schärfen den Blick bzw. das Gehör für die Verbindung von Klang und Stadt und regen vielfältige Diskussionen über den Klang der Stadt und zu Räumen für Musik an. Bei den Spaziergängen kann im selben Zug die Stadt und die zeitgenössische Musikszene (neu) entdeckt werden. Die inm – initiative neue musik berlin e.V. bündelt und vertritt als Dachverband der freien Szene der neuen Musik die Interessen der Akteur\*innen der Berliner Szene gegenüber Politik und Verwaltung. Sie ist als Sprachrohr und Partnerin im Dialog etabliert und als Förderinstitution ein wichtiger Bestandteil der Berliner Kulturlandschaft. Das field notes Programm ist seit 2016 die zentrale Informations- und Beratungsstelle für die zeitgenössische Musikszene Berlins der inm – initiative neue musik berlin e.V. Mit seinem breit aufgestellten Informationsangebot aus online Plattform www.field-notes.berlin und dem field notes Printmagazin trägt es zur Stärkung der Sichtbarkeit der zeitgenössischen Musik im Berliner Kulturleben bei. Zur Professionalisierung der Szene bietet das field notes Programm kostenfreie Beratungen, Workshops und Informationsveranstaltungen zu Fragen rund um die Arbeit in der Freien Szene an. Mit einer jährlichen Konferenz zur zeitgenössischen Musik im globalen Kontext regt es außerdem zur Reflexion über die Rolle der zeitgenössischen Musik in der heutigen Gesellschaft an und vernetzt Berliner Akteur\*innen mit einem Internationalen Fachpublikum. Als Querschnittsthema setzt sich das Programm bei all seinen Aktivitäten zum Ziel, die gesellschaftliche Vielfalt stärker im Programm, Personal, Publikum und bei den Partnern abzubilden und (strukturelle) Diskriminierung abzubauen. \[EN] What is the relationship between music and place? With the Sound Walk Berlin, inm / field notes aims to deepen the debate surrounding the social and political significance of music in urban space and its representation, while also observing the sound of the city itself. With the Sound Walk Berlin, the contemporary music scene is reclaiming its urban space and turning the streets of Berlin into a stage! Artists, ensembles and venues of the contemporary music scene expanded or redefined various places in Berlin in terms of sound. Sound and music interact with the existing urban sounds of a place (such as traffic, voices, playgrounds, subway and construction sites) or comment on its architecture, history and surroundings. With the Sound Walk Berlin, residents and visitors can experience the city from the perspective of the artists. These personal listening experiences sensitise the listener to the unique sounds of our living spaces, and to the connection between sound and city, and thus stimulate diverse discussions about the relationship between sounds of the city and spaces for music. On the walks, both the city and the contemporary music scene can be (re)discovered. The inm is an association of musicians, ensembles, composers, musicologists, cultural managers, and organizers who are active in the field of contemporary music. An aesthetically and structurally open institution, its main effort is to secure and improve the working and production conditions for New Music. field notes is a central resource of information and mentoring for the contemporary music scenes in Berlin provided by inm – the initiative neue musik berlin e.V. Its goals are to strengthen and improve production conditions for the independent contemporary music scenes in Berlin, and to raise public awareness of social relevance of the art form. By connecting and catalysing the rich potential of Berlin's contemporary music scene, field notes actively raises general interest in new music. It gathers information on events and developments in the contemporary music scene and presents them online at www.field-notes.berlin and in the bimonthly field notes magazine. Each year in September, the Month of Contemporary Music promotes current works by Berlin ensembles, artists and composers, in established concert halls as well as in independent venues. The festival’s focus is on today's music and attracting new audiences. To strengthen the scene itself, field notes offers free consultations, workshops and events. With an annual conference on contemporary music in a global context, it also encourages reflection on the role of contemporary music in today's society and connects Berlin-based actors with an international audience of experts. As a cross-cutting theme, the programme aims in all its activities to reflect social diversity in the programme, staff, audience and partners and to reduce (structural) discrimination.
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