Ein neues Zuhause

10 ECHOES

Location: Cottbus, Brandenburg, Germany

POLIGONAL
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We from POLIGONAL Office for Urban Communication Berlin investigate and communicate contemporary architectural topics and urban developments in city walks, workshops, and seminars. We draw on many years of experience as academic researchers and university teachers in urbanism and architecture, and collaborate with numerous local experts, a network that our audience is benefitting from. http://www.poligonal.de

Willkommenskultur in Sachsendorf mit Bachir Alali, Omer und Rhidab

Zu hören sind Mitschnitte aus der Reihe "Auf Tour in Sachsendorf – Stadtspaziergänge mit Bewohner:innen"

Bachir Alali lebt in einem Plattenbau in Sachsendorf und ist ursprünglich aus Syrien. Er engagiert sich politisch und beginnt noch dieses Jahr sein Studium. Gemeinsam mit zwei Freund:innen zeigt er uns seinen neuen Heimatort, den er als Bewohner aktiv mitgestaltet. Er führt zu den Stationen seiner Ankunftsgeschichte, zu Orten der sogenannten „Willkommenskultur“ und zeigt uns, was an Sachsendorf ihn an Syrien erinnert.

Dieser Stadtspaziergang fand am 10.09.2022 im Rahmen des Projektes Mikro Sachsendorf statt. Mehr Info und Transkripte in Ukrainisch, Russisch und Arabisch verfügbar auf: https://mikro.city/

Mikro Sachsendorf ist ein Projekt von POLIGONAL und wurde gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB)

09 Religion und Toleranz

Wir kommen aus Syrien, vielleicht wisst ihr, woher das Wort kommt: Al-Sura. Das war auch Mesopotamien, in diesen Gebieten zwischen Euphrat und Tigris. Ich komme aus einer Stadt, die Qamishli heißt, die Stadt ist sehr bunt. Ich bin Kurde, wir haben dort auch Araber, Assyrer, Armenier. Viele Menschen wissen ja, dass es Christen in Syrien und Toleranz zwischen den Religionen gibt oder gab. In unserer Stadt war es sehr bunt, es ist nicht Neues für uns, Kirchen zu sehen oder Kontakt mit denen zu haben. Syrien generell gibt es gute Toleranz, zwischen Muslimen und (anderen) Religionen. In diesem Krieg ist es nie passiert, dass eine Gruppe Christen ermordet wurde oder so. Sowas würde niemals passieren. Es gibt keine Probleme in Syrien zwischen Islam und Christen. Es gibt viele Menschen, die vielleicht nicht so deutlich wissen und hören “Islamische Radikale”. Gab es aber trotzdem, an diesem Punkt ist sowas nicht passiert, weil auch die Christen sehr tolerant sind. Was ich schade finde beim Religionsunterricht: Wir sollten uns immer verteilen, die Muslime in eine, die Christen in eine andere Klasse. Das war sehr schade. Danach, als ich Erwachsener wurde, hab ich das entdeckt, das ist schade, wirklich Diskriminierung. Aber auf der Straße, in der Stadt ist alles Toleranz und Frieden zwischen den Gruppen.

Findest du dass das hier in Cottbus auch so ist?

Das Gesetz schützt die Menschen mit oder ohne Religion. Also, hier denke ich, gibt es niemals Angriffe oder sowas. Ich kenne einen Indianer- (Anm. der Red.: Inder) freund, wurde immer auf seinem Briefkasten “Fuck Islam” geschrieben, auch wenn er kein Muslim ist. Aber, ich habe niemals ein Problem erlebt wegen meiner Religion. Wenn ich (Probleme) kriege, vielleicht wegen meiner Hautfarbe, aber nie wegen meiner Religion.

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MONDEN Version 0.3048 ist ein Audiowalk und gleichzeitig mehr als das: Eine Beschäftigung mit dem Klang herum um die Vetschauer Straße, Leipziger Strasse und Welzower Strasse; die Eröffnung in eine einzigartige Klangwelt; sowie die Einladung ein Stück Klangkunst selbst mitzugestalten. Sie benötigenlediglich Ihr Smartphone, Kopfhörer und einen QR-Scanner. Sind Sie bereit für die finale Simulation? Sie entsteht durch Ihren Gang! Eine schier unendliche Zahl an möglichen Routen eröffnet sich – jeder Schritt verbirgt neue Töne, Geräusche, Musiken, Melodien, und Texte. Kreieren Sie Ihre eigene Geschichte, Ihre eigene Simulation. MONDEN Version 0.3048 ist dein Start in eine utopische Parallelwelt zwischen Fiktion und Realität. Gemeinsam mit Leutnant Ira und dem MONDEN-Logbuch (Version 0.3048) erkunden Sie die Zone – ein Industriegebiet im Wandel. Start: Bahnhofsvorplatz - steigen Sie ein in die TRAM 2 Richtung Essener Strasse / steigen Sie aus wo Sie können oder bleiben Sie sitzen falls Sie können, so lange Sie können ;) Benutzen Sie ausschließlich die öffentlichen Wege. Wenn Sie aussteigen, bewegen Sie sich durch die kreisenden Bewegungen und Schwingungen der Vetschauer Strasse und den anliegenden Bahn- und Wohngebäuden. Gehen Sie auf Entdeckungsreise über die Parkplätze, die Privatwege und hinein in die MONDEN Simulation Version 0.3048. Diese Simulation dauert so lange wie Sie sie durchwandern. Finden Sie heraus ob es den finalen Bereich der ZONE gibt. Wenn nicht beim ersten, dann vielleicht beim zweiten oder dritten oder vierten oder fünften Mal. Spielen Sie, entdecken Sie, probieren Sie aus und hinterlassen Sie etwas für sich selbst oder die nächsten Simulationsgänger\*innen. An Ihre Hand geben wir Ihnen zusätzlich das Logbuch, welches Ihnen durch die Simulation führt und eventuell, je nach dem wie Sie es benutzen, direkt hinein in die Fallstricke von MONDEN. Logbuch: http://santacristina.org/monden03048log Schreib uns auf Instagram über santacristina.rooms wie deine Mission verlaufen ist! Gefördert durch die Kunst & Kulturförderung der Stadt Cottbus Wir wünschen eine gute Reise.
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Kracht Picnics

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Eisenhüttenstadt
Blauer Himmel über Hütte – (New) Kracht Picnics - Picknicks auf dem Platz der Jugend, Soundspuren und Zeichnungen mit Fotos Dina Boswank, 2023 // entstanden - entstehend im Rahmen von „Auf den Platz fertig los!“, ein Projekt der Kulturland Brandenburg GmbH und des Freundeskreis des Museum Utopie und Alltag e.V., Eisenhüttenstadt // gemeinschaftlich konzipiert mit Miodrag Kuc; und finanziert durch das ZK/U Berlin, Kunstrepublik e.V. Im Sommer 2023 saßen wir, eine Gruppe aus Künstlern, befreundeten Nachbarn, Geflüchtete aus der Erstaufnahmeeinrichtung der Stadt, Fotografen, Kinder, Kunstpädagogen und zufällige Passanten vor einem Wandbild am Platz der Jugend und zeichneten. Genau gesehen, tauschten wir uns aus über die Figuren und Farben des Kunstwerkes an der Wand einer ehemaligen Schule, überzeichneten abstrahierte Linien auf A4-Kopien und fragmentierten. Was erinnert an alte Symboliken und wie nenne wir diese? Welche Zeichen kennen wir von „zu Hause“? Wie erkläre ich den Anderen Prozesse der Repräsentation und Kunstfreiheit, die ich zu erkennen meine? In English I did call it „New Kracht Picnics“. Auf Deutsch einfach Picnic. Ein Picknick also, mit Pictures, mit Decken, Keksen, Musik und Tonaufnahmen. With many, many questions towards... – also in Auseinander-setzung mit einem Kunstwerk von Friedrich Kracht mit dem Titel „Die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft“, das im Jahre 1965 an der Wand der damaligen Juri-Gagarin-Schule (am Platz der Jugend) angebracht und aus öffentlichen Mitteln finanziert wurde. Konzept und Idee war es ein gemeinsames Nachsinnen zu initiieren, mit persönlichen Fragen zum Nachhall und Feedback zu konkreten Symbolen (Raketen, Tauben, Hammern, Peitschen, Urtypen) und gestalterischen Prozessen (Keramikfliesen, Rakubrand) der öffentlichen Kunst. Neu ist es, weil es ein verlassener Ort ist, ein Ort mit schulischer und politischer Einschreibung, der in Vergessenheit geraten ist. Auch deshalb, weil Kunst sonst kein Thema ist, das offen ist, wurde ich gefragt. Vor allem für Schüler von heute und damals? „'Were above all not signs, that stood for something else?' This semiotic purism is in no way inferior to Donald Judd's 'A shape, a color, a surface is something in itself.'“ Die Zitate stammen aus einem Text von Olaf Nicolai im Katalog „System in der Kunst“ über die Arbeiten von Karl-Heinz Adler, bekannt als Vertreter der „konkreten Kunst“, die in der DDR abgelehnt wurde. Der Katalog erschien begleitend zur Einzelausstellung Adlers im Albertinum, Dresden, 2017 (Hrsgb. Von Karl-Heinz Adler, Hilke Wagner, Gergely Pröhle, Dr. Enikő Róka, Gerd Harry Lybke, Spector Books Leipzig 2021). Friedrich Kracht und Karl-Heinz Adler waren befreundete Künstler und Kollegen in der in der DDR einzigartigen Produktionsgenossenschaft Bildender Künstler „Kunst am Bau“, welche ab 1958 in Dresden eingetragen und ansässig war. Sie war in ihrer Arbeit vor allem ein Experimentierfeld für baugebundene Formsteinsysteme, die sich an der „konkreten Kunst“ orientierten, innerhalb und mithilfe der Genossenschaft aber das Problem der subjektiven Autorenschaft umgingen, die nicht zuletzt eine prägnante Frage jeder Form politischer Kunst in den Raum stellt. Dank an - Miodrag Kuc (ZK/U Berlin), Martin Maleschka (Projektleitung „Auf den Platz fertig los!“), Museum Utopie und Alltag (plus Freundeskreis e.V. und Kulturland Brandenburg), Björn Wojtschewski (DRK Brandenburg, Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt), Mischa und Anna mit Gästen und Geflüchteten (Kreativgruppe, Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt), Pia Torwirth (Projektassitenz „Auf den Platz fertig los!“), Theatergruppe TheEi e.V., Markus Tauber, alle Zeichnenden... Ausschnitte aus Audioaufnahmen der Picnics im Sommer 2023 Kracht Picnic I – How long do you listen to a rocket? – 17:49 min, Loop Kracht Picnic II – Could you write this for me? - 14:50 min, Loop Kracht Picnic III – How come this is a pattern, or else? - 7:23 min, Loop hörbar vor Ort, am Platz der Jugend, über ECHOES (kostenlose App für Hörtouren, herunterladbar mit Android/iOS) Zeichnungen Alle Zeichnungen und Malereien, Erzählungen und Anmerkungen entstanden auf Kopien von Fotos der einzelnen Themenfelder des Kunstwerks. Jede Figur und jedes Objekt wird in seinem spezifischen Zusammenhang einzeln, also jeweils an A4 angepaßt, auf einem weißen Blatt gezeigt und wurde beliebig oft und frei verändert. Einige Namen wurden auf die Blätter geschrieben, einige Namen absichtlich weggelassen. Innerhalb des Projektes entschied ich, die Autorenschaft der Zeichnungen als „anonym“ offen zu lassen. Fotografien von Martin Maleschka, Markus Tauber, Dina Boswank
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