Im Alltag, der Raum.

7 ECHOES

Location: Berlin, Germany

POLIGONAL
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We from POLIGONAL Office for Urban Communication Berlin investigate and communicate contemporary architectural topics and urban developments in city walks, workshops, and seminars. We draw on many years of experience as academic researchers and university teachers in urbanism and architecture, and collaborate with numerous local experts, a network that our audience is benefitting from. http://www.poligonal.de

In diesen 7 akustischen Porträts zu Österreichischer Architekturproduktion in Berlin kommen diejenigen zu Wort, die die Bauten nutzen und zum Leben erwecken: Bewohner:innen, Nutzer:innen, Planer:innen – von der Küsterin zum Hauswart. Einblicke in gelebte Alltagswelten zum Teil ikonischer Architekturen spiegeln so den Alltag im Raum. Die Hörbilder sind Teil der Ausstellung Im Alltag, der Raum. im Österreichischen Kulturforum Berlin (16.07. - 08.10.21).

https://kulturforumberlin.at/veranstaltungen/im-alltag-der-raum-ansichten-zu-oesterreichischer-architekturproduktion-in-berlin/

Foto: Ivan Marković und Katharina Hauke

Eckertstraße 1

Berlin-Friedrichshain / Architekt:innen: orange architekten „Ich freu mich immer wenn ich nach Hause komme, [...] das liegt daran, dass ich selber was geschaffen habe.” So beschreibt Dietrich Heuer, Eigentümer einer Miniwohnung in der Eckertstraße 1 das Gefühl, wenn er sein Wohnhaus betritt. Gelegen auf einem nach städtebaulichem Ermessen als nur schwer bebaubarem Randgrundstück in der Nähe des Frankfurter Tors, zeichnet sich das Wohn- und Geschäftshaus von orange architekten durch einen unkonventionellen Einsatz von Raumtypologien und bautechnischen Lösungen aus. Getrieben von einer Entwicklungsvision, so beschreibt es im Gespräch das Architektenduo Peter Tschada und Anna Weber, haben sie das Grundstück erworben und traten somit als Planer:innen sowie Bauträger:innen auf. Geschaffen haben sie ein Ensemble aus zwei unterschiedlichen, aufgeständerten Baukörpern. Durch eine offene, mit dem Straßenraum in Verbindung stehenden Erschließung entsteht ein luftiges Raumgefüge, das 13 Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten beherbergt. Die Außentreppe sowie Laubengänge werden im Alltag als Gemeinschaftsräume genutzt – als Ort der Begegnung und des Austausches. Die Besonderheit der Wohnungen sind flexible Grundrisse, die sich leicht umnutzen und anpassen lassen. Durch einen intelligenten Einsatz von einfachen Materialien konnte eine ökonomische und trotzdem ökologische Bauweise erzielt werden. Das Gebäude ist Preisträger des BDA Berlin Preises 2018, sowie einer von fünf Finalisten des DAM Preises 2020.

Hörbild: Dietrich Heuer / Anna Weber & Peter Tschada, Architekt:innen

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Österreichische Botschaft Berlin

Stauffenbergstraße 1, Berlin-Tiergarten / Architekt: Hans Hollein Eine Villa als Botschaft: Das Diplomatenviertel war einst ein Villenviertel und so entwarf Hans Hollein ein Gebäude, das typologisch daran anknüpfen sollte. „Eine Botschaft sollte die Atmosphäre eines Landes transportieren“, so der Pritzker-Preisträger. Auf einem Eckgrundstück, zwischen Tiergarten, Kulturforum und Botschaftsviertel gelegen, bildet das postmoderne Gebäude eine städtebauliche Dominante an prominenter Position. Der verwinkelt organische Bau vereint repräsentative, kulturelle und konsularische Funktionen und ist zudem auch die Residenz der Botschafter:innen. Den skulpturalen Kupferbau betritt man durch eine hohe, glasgedeckte Eingangshalle. Hier befinden sich die komplexen und vielseitigen Repräsentationsräume. Die beiden daran anschließenden orthogonalen Volumen beherbergen Verwaltung, Büros, sowie den Wohnbereich der diplomatischen Vertreter:innen. Im Österreichischen Kulturforum finden regelmäßig Lesungen, Symposien, Ausstellungen und Konzerte statt. Wir treffen Frau Veronika Khorramie, die Leiterin des Sekretariats des Botschafters und Herrn Ernst Schleich, der seit Eröffnung des Hauses für die äußerst komplexe Haustechnik verantwortlich ist. Im Gespräch gewähren beide persönliche Einblicke in ihren Arbeitsalltag und erzählen, wie Hans Holleins Gebäude diesen nach wie vor prägt.

Hörbild: Veronika Khorramie Leiterin des Sekretariats des Botschafters und persönliche Assistentin des Botschafters / Ernst Schleich, Haustechnik

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Schule Allee der Kosmonauten

Allee der Kosmonauten 20-22, Berlin-Lichtenberg / Architekt:innen: PPAG Architects Vom Baufeld wagen wir einen Blick in die Zukunft der Schule: Die Architekt:innen Anna Popelka, Georg Poduschka und Petra De Colle sprechen über ihre Entwurfsansätze und darüber wie der Raum zum dritten Pädagogen im Schulalltag kommender Generationen werden soll. Im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive errichtet das Wiener Architekturbüro PPAG einen neuen Bildungscampus an der Allee der Kosmonauten. Das 38.000 Quadratmeter große Gelände wird eine Integrierte Sekundarschule, ein Gymnasium sowie eine Doppelsporthalle und dazugehörige Aussenanlagen vereinen. Leitkonzept für den Entwurf ist das „Gemeinsame Lernen“. Das Cluster-Konzept setzt auf ein mehrfach gestaffeltes, aus Compartments bestehendes Gebäude in Holzbauweise. Die einzelnen Compartments bestehen aus mehreren Klassen- und Arbeitszimmern, sowie flexibel nutzbaren Räumen. Sie sind um ein offenes Forum, die sogenannte Piazza, angeordnet, die im Sommer geöffnet werden kann und somit eine Erweiterung des Außenraum darstellt. So sollen neue Lern-, Austausch- und Arbeitsformen ermöglicht werden. Auch Gemeinschaftsorte wie Mensa und Aula, sowie die Sporthalle sind zentral im Gebäude verortet und bilden damit kollektive Bezugsräume. Das Projekt steht kurz vor Baubeginn, momentan werden auf dem Gelände der Altbestand beseitigt, sowie die Ver- und Entsorgungsleitungen gelegt. Die Eröffnung des Schulcampus ist für 2024 geplant.

Hörbild: Petra De Colle / Anna Popelka und Georg Poduschka, Geschäftsführende Gesellschafter:innen PPAG

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Friedrichstrasse 32-33

Berlin-Kreuzberg / Architekt:innen: Raimund Abraham mit Heike Büttner und Claus Neumann Wir wundern uns über Raimund Abrahams, Heike Büttners und Claus Neumanns Wohn- und Geschäftshaus, das im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 1987 (IBA) als sozialräumliches Experiment gelesen wurde, jetzt leer steht und auf seine neue Nutzung als Hotel wartet. Dem IBA-Titel „Leben und Arbeiten in der südlichen Friedrichstadt“ folgend, beherbergt das Gebäude flexible Gewerberäume im Erd- und ersten Obergeschoß, sowie zwanzig Drei-Zimmerwohnungen in den darüberliegenden fünf Geschoßen, die nach Richtlinien des sozialen Wohnungsbaus vermietet wurden. Der Entwurf des sieben Stockwerke hohen Gebäudes greift die verschiedenen Baufluchten und Trauflinien der Nachbargebäude auf und gleicht somit ihren Versatz aus. Die Formensprache mit Glaskuben, sowie die dominanten Betonpfeiler der Loggien, verleihen dem Gebäude zur Straße hin ein bizarres Aussehen – unüblich für Wohnungsbauten, jedoch nicht unüblich für den theoriestarken Architekten Abraham. Mittig besitzt das Gebäude einen Einschnitt, der dem Zugang zur vertikalen Erschließung dient und trichterförmig zum Innenhof führt. Dort präsentiert sich das Gebäude weniger brutal und schafft einen kreisförmigen Hof mit Balkonen und Laubengängen. Ana Filipović und Philipp Mecke sind Bewohner:innen des Nachbargebäudes: sie erzählen aus ihrem täglichen Leben mit direktem Blick auf die Architekturikone der Postmoderne.

Hörbild: Ana Filipović und Philipp Mecke, Bewohner:innen im Nachbargebäude

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St. Adalbert Kirche

Linienstraße 101, Berlin-Mitte / Architekt: Clemens Holzmeister Wir begeben uns auf Zeitreise in die 1930er Jahre: Clemens Holzmeister, geschätzt für seien unzähligen Sakralbauten in Österreich, wurde außerhalb des Landes hauptsächlich durch seine Bauten im Regierungsviertel der neu gegründeten türkischen Hauptstadt Ankaras bekannt. Der Ausnahmearchitekt hat jedoch auch in Berlin seine Spuren hinterlassen, die wir heute noch lesen können. Die 1934 fertiggestellte St. Adalbert Kirche im Berliner Ortsteil Mitte repräsentierte eine für damals neue architektonische Strömung im Sakralbau. Die Ideen des Bauhauses und der Neuen Sachlichkeit wurden in der Zwischenkriegszeit ebenso auf Kirchen übertragen und so sticht dieses katholische Gotteshaus nicht etwa durch Schnörkel oder Prunk hervor, sondern fügt sich dezent in die vorherrschende Blockrandstruktur ein. Eingebunden in ein Arrangement von wilhelminischen Stuckfassaden ist das schlichte Backsteingebäude leicht zu identifizieren. Von der Linienstraße aus betritt man die Kirche über das Nachbargebäude und dann einen Hinterhof – zur Straße hin hat der Architekt keinen Eingang vorgesehen. Im Inneren des Baus findet man sich in einer Saalkirche mit einem schnörkellosen, rechteckigen Grundriss, gebrochen durch die Halbrundapsis des Altars wieder – dort treffen wir auf Verona Lambert, die durch die Räume führt und von ihrem ehrenamtlichen Arbeitsalltag als Küsterin in St. Adalbert berichtet.

Hörbild: Verona Lambert, Küsterin

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anAtlas:GUT

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Berlin
Guidance, AnAtlas:GUT is intended to be walk that encourages you to begin conversation with the tongueless voices of the urban spaces around you and bring your awareness to how sounds become emotional spaces in your memory. -Begin at any location with a pair of headphones and allow yourself to listen to the pieces for as long as you like while exploring the areas. -Graphic scores accompany each piece and can be found in the informational bar on the top right of the app. These are both maps and tonal notation for each location, find what timbres you equate to the imagery and what your score would look like for this. (for clearer images all scores can also be found on the AnAtlas website which is also linked on the map.) -Notice what you equate to the imagery, how the sounds mirror, harmonize, or contradict the ambient sounds occurring around you. Allow yourself to move into spaces conditioned by the sounds. -I recommend writing down your observations during or after your walk to create your own score of the spaces. -You can complete the circuit in full or allow yourself to be guided elsewhere. Memories and the sounds that haunt their spaces are never the same, each walk, each recollection, and each noticing of breath forms a new sediment. AnAtlas:GUT is the first installation of soundwalks in the AnAtlas series that compose an audio-pyschogeographic map of spaces, memories, and sentiments. The walk can be completed as a circuit or as individual interactions. Each vortex is accompanied by a graphic score and location, but free exploration is encouraged. As you are led through the spaces, try to bring your attention to the sounds of the spaces you are drawn to or repulsed by and how this dictates how you might have subconsciously navigated accordingly. Notice when time seems to lengthen beyond the physical limitations of the spaces, what spaces harbor you and which thrash you. Thank you for your mind, time, and sharing your space with mine for a moment. we are more than what we are not we AR3 ES
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Art & Architecture in the DDR

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Multicultural friendships, education, science and space travel: the leitmotifs of socialist iconography preached the great potential of its people and brought colour and texture to the drab prefabricated concrete slabs of the socialist cityscape. Architecture was the ultimate articulation of GDR planning principles and cultural policy, as a medium through which the state could disseminate their power. Kunst Am Bau, as the material manifestation of the overlap between politics, culture and social life, became an integral component of socialist city plan- ning and cultural policy. Often dismissed as mere political propaganda, Kunst Am Bau also represents optimism in a turbulent period and dreams of sharing a harmonious existence with the world. This guided jaunt traces the ideals and realities of GDR society through Kunst Am Bau in and around East Berlin’s most prestigious address, Alexanderplatz. In the process of admiring the few remaining examples and themes of this rapidly fading artistic form, we will take a critical look at the disparity between socialist life as advertised and the state of things as they actually existed, the history of the socialist building and cultural policies, and the present day conditions they face as remainders and reminders of the socialist regime. Please follow the stops in subsequent numbers. Your tour guide is our expert and cultural scientist Natalia Kvitkova. If you enjoyed this walk or have suggestions for improvement please drop us an e-mail to drifter@poligonal.de Audio post-production by Marina Petrova
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